Grüne Erde fordert und fördert soziale Fairness

Das Almtaler Öko-Unternehmen Grüne Erde mahnt zur sozialen Fairness, sagt ein klares „Nein!“ zur geplanten Kostenpflicht für Nachmittagsbetreuung in oberösterreichischen Kindergärten, führt 1.700,– Euro Mindestlohn ein und wird auch im nächsten Jahr 5% des Jahresergebnisses für Gemeinwohlaktivitäten ausgegeben.

Die beiden Eigentümer und Geschäftsführer der Grünen Erde, Reinhard Kepplinger und Kuno Haas, stellen sich aktiv gegen die von der oberösterreichischen Landesregierung für 2018 geplanten Maßnahme, die Kindergartennachmittagsbetreuung für ca. 15.000 Kinder kostenpflichtig zu machen.

„Wird die kostenpflichtige Nachmittagsbetreuung in den oberösterreichischen Kindergärten im Landtag tatsächlich beschlossen, verschlechtert sich für viele Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf massiv – und verschärft in letzter Konsequenz die angespannte Personalsituation für viele betroffene oberösterreichische Unternehmen.“, meint Reinhard Kepplinger.

„Es wäre eine historisch schlechte Entscheidung mit fatalen Folgen, eine Strafsteuer für berufstätige Mütter, ein Rückschlag für die Gleichstellung der Frau und ein schweres Foul an den Familien“, so Kuno Haas. „Diese Maßnahme hat nicht ansatzweise sachliche Grundlagen oder politischen Weitblick: Es geht nur ums Kürzen. Wir rufen auch andere oberösterreichische Firmen dazu auf, sich unserem ‚Nein!’ anzuschließen!“

Werde die Maßnahme dennoch im Landtag beschlossen, wolle man einen Beitrag zur Entlastung der Mütter leisten. Kuno Haas: „Dann übernehmen wir auf alle Fälle für die bei uns im Unternehmen betroffenen Frauen die Kosten für die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder. Und wir werden mit anderen Unternehmen gemeinsam einen Fonds gründen, um dies auch für andere betroffene Eltern zu erreichen.“
Das geplante Budget für diese Maßnahme beläuft sich auf ca. 50.000,– Euro jährlich, die Grüne Erde aus der jährlichen Rücklage für Gemeinwohlaktivitäten finanziert.

Grüne Erde führt Mindestlohn von 1.700,– Euro ein

Rund 75% der Belegschaft von Grüne Erde sind Frauen, der Großteil hat Kinder, viele davon sind im Kindergartenalter. Das Unternehmen wurde in der Vergangenheit bereits mehrmals für seine soziale Fairness (z. B. flexible Arbeitszeitmodelle, Gratis-Sozialleistungen) ausgezeichnet.

„Neben dem Bekenntnis zu natürlichen Rohstoffen, heimischer Produktion und hoher handwerklicher Qualität gehört soziale Fairness zu unseren Grundwerten“, sagt Geschäftsführer Reinhard Kepplinger.„Unabhängig von der gesetzlichen Lage führen wir daher mit 1.1.2018 in unserem Unternehmen einen Mindestlohn von 1.700,– Euro brutto ein, und zwar auch für Praktikanten und Aushilfskräfte.“

5% für Gemeinwohlaktivitäten, 10% Ergebnisbeteiligung an die Mitarbeiter

Das nun bilanzierte Geschäftsjahr 2016/17 der Grüne Erde Gruppe hat eine Steigerung des Warenumsatzes um rund 6% auf zuletzt 45,7 Mio. Euro gebracht. Besonders gut entwickelten sich die Kernsortimente Möbel, Matratzen und Bettwaren. Die Online-Umsätze stiegen um 14%, auch die Grüne Erde-Stores legten deutlich zu.

10% des Ergebnisses (derzeit ca. 1,8 Mio. Euro vor Steuern) werden als Ergebnisbeteiligung an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgeschüttet, 5% fließen in Gemeinwohlaktivitäten.

Finanziert wird das Unternehmen seit 2013 praktisch ausschließlich durch das größte Crowdfunding-Modell Österreichs: Mit den von rund 1.500 Kunden an das Unternehmen gewährten privaten nachrangigen Darlehen in der Höhe von derzeit 11 Mio. Euro ist es vermutlich auch eines der erfolgreichsten bankenunabhängigen Finanzierungsmodelle im deutschsprachigen Raum.

Zum Thema Steuern haben Kepplinger und Haas ebenfalls eine andere Sicht der Dinge. „Wir zahlen gerne unsere Steuern in Österreich und sind stolz darauf.“ Wer darin eine Anspielung auf die neuesten Enthüllungen rund um die „Paradise Papers“ erkennt, liegt sicherlich nicht ganz falsch.

Über Grüne Erde GmbH

Denken und Handeln der Grüne Erde sind geleitet von der Sehnsucht nach einem ökologisch verantwortungsvollen, sozial gerechten, qualitätsbewussten und sinnlichen – nicht von Gewinnmaximierung getriebenen – Leben. Das Ideal eines Lebens und Wirtschaftens in Verbundenheit mit Natur und Mensch bestimmt die Grundwerte des Unternehmens und damit auch die Art und Weise, wie die Produkte hergestellt werden. 1983 in Scharnstein / Oberösterreich mit dem Ziel „wirtschaftlich erfolgreich zu sein, ohne Menschen und Natur auszubeuten“ gegründet, gibt es mittlerweile 14 Stores in Österreich und Deutschland, ca. 410 MitarbeiterInnen und 2 eigene Produktionsstätten.

  • Gegründet 1983 im oberösterreichischen Almtal / Scharnstein
  • Erstes Produkt: die handgefertigte Naturmatratze „Weiße Wolke“
  • Ökologischer Pionierbetrieb, der auch nach internationalem Maßstab als Vorbild für eine 
andere Art des Wirtschaftens dient
  • Umsatz im Geschäftsjahr 2016/17: ca. 45 Millionen Euro
  • 410 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Produktion, Verkauf und Verwaltung, davon rund 80
 Prozent Frauen
  • 6.200 Einzelprodukte in den Sortimenten Vollholzmöbel, Heimtextilien, Wohnaccessoires, 
Naturkosmetik und ökologische Mode
  • Über 200.000 aktive Kunden
  • Circa 3 Millionen Visits pro Jahr auf der Website
  • Geschäftsführende Gesellschafter: Reinhard Kepplinger, Kuno Haas.