Grüne Erde nimmt generalsanierte Tischlerei in Kärnten in Betrieb

Grüne Erde bleibt mit seiner Möbelfertigung Terra Möbel dem Standort Kärnten treu und hat zwei Millionen Euro in die Sanierung des Werkes in Sittersdorf investiert. Die Tischlerei ist nun eine der modernsten Österreichs.

Wir von Grüne Erde sind überzeugt, dass der Geist sorgfältiger Handarbeit in jedem einzelnen Möbelstück spürbar ist. Deshalb reichen sich in der neuen Tischlerei der Terra Möbel, einer 100-prozentigen Tochter des ökologischen und sozialen Pionierbetriebs, traditionelles Handwerk und modernste Technik die Hand, um natürliche, sinnliche Möbel von außergewöhnlicher Qualität hervorzubringen. Nach neunmonatiger Umbauphase ist das generalsanierte Gebäude im Kärntner Sittersdorf (Bezirk Völkermarkt) im August in Betrieb genommen worden. „Das ist eine der modernsten Tischlereien Österreichs“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter Kuno Haas. Finanziert wurde der etwa zwei Millionen Euro teure Umbau zur Hälfte mittels Crowdfunding.

„Unser bisheriger Standort – eine 70 Jahre alte Tischlerei in Gallizien in Kärnten – war baulich und funktional so veraltet, dass eine Sanierung de facto unmöglich war“, berichtet Haas weiter. „Deshalb haben wir uns nach einer Alternative umgesehen, die wir 2008 in der ehemaligen Sittersdorfer Möbelfabrik nur wenige Kilometer entfernt gefunden haben.“ Nachdem das Gebäude mehrere Jahre als Möbellager zwischengenutzt beziehungsweise untervermietet wurde, wagte sich Grüne Erde 2014 an die Sanierung.

Terra Möbel, im Hintergrund die Karawanken

Terra Möbel, im Hintergrund die Karawanken

Generalsanierung in Rekordzeit

Nach der behördlichen Baugenehmigung im August 2014 ging es Schlag auf Schlag: Zunächst wurde die veraltete Ölheizung durch eine moderne, CO2-neutrale Hackschnitzelheizung mitsamt 1.100 m3 großen Spänesilo, Heizhaus und Pufferspeicher ersetzt, anschließend eine thermische Sanierung des Gebäudes mit komplett neuer Fensterfront gemacht sowie eine neue Absauganlage installiert. Zudem wurde der Lärmschutz und die Elektrotechnik auf den neuesten Stand der Technik gebracht und ein eigenes Oberflächenbearbeitungszentrum errichtet. Anfang August 2015 konnte die Terra Möbel vom bisherigen Standort in das frisch adaptierte Werk in Sittersdorf übersiedeln.

Finanziert vom Kunden

Außergewöhnlich ist nicht nur die Energieeffizienz und die Umwelttechnik der Tischlerei, sondern auch die Finanzierung der Sanierungsprojekts: Die Gesamtkosten von etwa zwei Millionen Euro werden zur Hälfte durch nachrangige Darlehen von Kundinnen und Kunden gedeckt. Seit Mai 2013 haben mehr als 1100 Personen das Beteiligungsmodell von Grüne Erde genutzt und dem Unternehmen über acht Millionen Euro zur Verfügung gestellt – das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt Österreichs. „Das große Interesse untermauert das Vertrauen, das die Kundinnen und Kunden zu Grüne Erde haben“, sagt Kuno Haas.

Handwerk und Technik

Rund 40 Fachkräfte verarbeiten am neuen Standort mit viel handwerklichem Können und technischem Know-how jährlich zwischen 2000 und 2500 Kubikmeter bestes Massivholz aus Mitteleuropa. Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind schon seit Jahren für Grüne Erde tätig, ein Viertel sogar mehr als 25 Jahre. „Die Massivholzverarbeitung ist anspruchsvoll, da ist es sehr wichtig, gutes Personal mit viel Erfahrung zu haben“, lobt Produktionsleiter Martin Reiber die „wertvolle Expertise“ seines Teams.

Viele wichtige Arbeitsschritte werden in der Tischlerei immer noch in Handarbeit erledigt, etwa das Zusammenfügen und Verleimen der verschiedenen Bauteile der Möbelstücke und Lattenroste, der sprichwörtliche „letzte Schliff“ der Holzoberfläche oder das aufwändige Bespannen von Schranktüren mit Stoff oder japanischem Minowashi-Papier. Ebenso erfolgt das Einlassen der Möbel mit duftendem, pflanzlich-mineralischem Öl von Hand, was ihnen ihre „satte“ Holzoberfläche verleiht.

Nichts wird verschwendet

„Holz ist unser wertvollster Rohstoff. Da achten wir von vornherein darauf, dass so wenig Verschnitt wie möglich entsteht“, sagt Martin Reiber. Er und seine Mitarbeiter versuchen, durch geschickte Sortierung und Längenoptimierung der Bretter und Pfosten den Verschnitt auf ein Minimum zu reduzieren. Also zuerst große Teile aus dem Holz herauszuschneiden – etwa für Betthäupter oder Tischplatten – und dann immer kleiner werdende, z. B. Ladenfronten für Bettkästchen. „Aus kleinen Holzresten können wir immer noch Verbindungsteile, Keile, Dübel, Zapfen und Laschen schneiden oder drechseln“, so Reiber.

Jene Holzreste, für die man in der Werkstatt gar keine Verwendung mehr findet – insgesamt etwa 10 m3 pro Monat –, zerkleinert man gleich im Werk zu Hackgut. Sie werden zusammen mit den automatisch bei den Maschinen abgesaugten und in einem großen Bunker gesammelten Säge- und Hobelspänen in der Biomasse-Heizanlage der Tischlerei CO2-neutral verbrannt. „Damit erzeugen wir das ganze Jahr über die gesamte Wärme für Heizung und Warmwasser in unserem Betrieb selbständig und unabhängig“, erklärt Martin Reiber.

 

Über Terra Möbel

  • 100%ige Tochter der Grüne Erde GmbH
  • 2008: Kauf der ehemaligen Sittersdorfer Möbelfabrik
  • Behördliche Baugenehmigung im August 2014, anschließend Beginn der Sanierung
  • Umzug vom bisherigen Standort in Gallizien nach Sittersdorf im August 2015
  • ca. 2 Millionen Euro Sanierungskosten, zur Hälfte finanziert durch Crowdfunding
  • 6.000 m2 große Produktionshalle, 2.500 m2 großes Lager
  • rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter(Grüne Erde gesamt: rund 400)
  • 4,26 Millionen Euro Umsatz (Grüne Erde gesamt: 39,7 Mio. Euro)

 

Über Grüne Erde

  • Gegründet 1983 im oberösterreichischen Almtal
  • Erstes Produkt: handgefertigte Naturmatratze „Weiße Wolke“
  • Ökologischer Pionierbetrieb, der auch nach internationalem Maßstab als Vorbild für eine andere Art des Wirtschaftens dient
  • Umsatz im Geschäftsjahr 2014/15 von fast 40 Millionen Euro
  • knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Produktion, Verkauf und Verwaltung, davon etwa 80 Prozent Frauen
  • 5.300 Einzelprodukte in den Kategorien Vollholzmöbel, Bettwaren, Wohnaccessoires, Naturkosmetik und ökologische Mode
  • 14 Shops in Österreich und Deutschland
  • 3 eigene Produktionsstätten in Oberösterreich (Textil- und Matratzenwerkstätte, Kosmetikproduktion) bzw. Kärnten (Tischlerei)
  • Zahlreiche Auszeichnungen für Familienfreundlichkeit, soziales Engagement, Nachhaltigkeit und Design (z.B. Green Product Award 2015, Oberösterreichischer Anerkennungspreis für Umwelt und Nachhaltigkeit 2014, Betrieblicher Sozialpreis 2014, ineo-Auszeichnung der WKO OÖ für vorbildliche Lehrbetriebe 2013, …)